Logo Kanton Bern / Canton de BerneDie Aare im Kanton Bern

Underi Au Uttigen-Kiesen-Jaberg

Die Aare fliesst zwischen der Uttigen-Schwelle und der Jaberg-Brücke grösstenteils in einem Kanal, der an vielen Stellen unterspült und baufällig ist. Bei starken Hochwasserereignissen überschwemmt sie das Umland. Der Kanal bewirkt ausserdem, dass sich die Aare immer tiefer eingräbt und damit den Grundwasserspiegel senkt. Der Wasserbauplan «Underi Au» soll das Umland vor Hochwasser schützen und verhindern, dass sich die Aare noch tiefer eingräbt.

Blick von der Uttigenbrücke: von hier bis zur Jaberg-Brücke fliesst die Aare grösstenteils in einem Kanal, der an vielen Stellen unterspült und baufällig ist.

Ausgangslage

Das Wasserbau-Projekt «Underi Au» erstreckt sich von der SBB-Brücke in Uttigen bis zur Jaberg-Brücke. Es betrifft die Gemeinden Uttigen, Kiesen und Jaberg.

Wie an vielen anderen Stellen der Aare ist es auch hier augenfällig, dass die alten Betonplatten und andere Schutzbauwerke am Ufer das Umland in Zukunft nicht mehr ausreichend vor Hochwasser schützen können. Seit einigen Jahren sind viele dieser Uferverbauungen unterspült. Die Aare frisst den Boden unter den Bauten buchstäblich weg und nun hängen die Uferverbauungen in der Luft. Ganze Uferbereiche können dadurch instabil werden.

Der bisherige Hochwasserschutz kommt an seine Grenzen

Im 19. Jahrhundert wurde die Aare korrigiert und begradigt, um Land zu gewinnen. Aber der Gewinn hatte eine Kehrseite: In den begradigten Abschnitten wurde insbesondere bei Hochwasser deutlich mehr Sand, Kies und Geröll abgetragen als abgelagert. Bis heute frisst sich die Aare dadurch immer tiefer in ihr eigenes Bett ein. In der oberen Hälfte des Projektperimeters «Underi Au» tut sie dies besonders stark. Das Ufer ist dort mit Beton und Stein befestigt, man spricht von einem hart verbauten Kanal.

Hier sind die Uferverbauungen heute unterspült und der Hochwasserschutz ist geschwächt. Die Hochwasser von Mai 1999, August 2005 und Juli 2021 haben dies deutlich gezeigt.

Der Wasserstand der Aare und des Grundwassers sind verbunden. Wenn sich die Aare immer tiefer eingräbt, senkt sich damit auch der Grundwasserspiegel. Das kann Auswirkungen auf die Gewinnung von Trinkwasser haben. Im monotonen, kanalartigen Flussbett sind zudem die Lebensräume für Pflanzen und Fische zurückgegangen. Fische finden kaum Schlupfwinkel und Laichplätze.

Es ist der Moment gekommen, den Hochwasserschutz in der «Underen Au» neu zu denken.  

Projektperimeter Underi Au, Uetendorf - Uttigen - Jaberg

Ziele

Kurz zusammengefasst ist dies die Ausgangslage: Die Aare fliesst zwischen der Uttigen-Schwelle und der Jaberg-Brücke grösstenteils in einem hart verbauten Kanal, der an vielen Stellen unterspült und baufällig ist. Bei starken Hochwasserereignissen überschwemmt sie das Umland. Der Kanal bewirkt ausserdem, dass sich die Aare immer tiefer eingräbt und damit den Grundwasserspiegel senkt.

Auf diese Herausforderungen reagiert das Tiefbauamt des Kantons Bern mit dem Projekt «Underi Au». Die ersten beiden Ziele ergeben sich aus den obigen Ausführungen:

  • Schutz vor Hochwasser
  • Sicherung der Trinkwasserreserven

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Wasserbau neue Erkenntnisse gewonnen. Viele Praxisbeispiele zeigen, dass die starre Einengung von Flüssen nicht zielführend ist. Vielmehr ist eine Kombination von Massnahmen nötig. Ein wichtiges Element davon ist es, dem Fluss wieder mehr Raum zu geben. Er gräbt sich dadurch weniger in sein Bett ein und gestaltet die Flusslandschaft ein Stück weit selber. Es entstehen wieder Lebensräume für Fische, Amphibien und andere Tier- und Pflanzenarten. Und schlussendlich profitiert auch der Mensch, wenn sein Erholungsgebiet abwechslungsreicher wird. Daraus ergeben sich die beiden weiteren Ziele des Projekts:

  • Naturlandschaft aufwerten
  • Attraktives Naherholungsgebiet erhalten

Projekt

Die Entwicklung des Wasserbau-Projekts «Underi Au» startet im Sommer 2026. Es kombiniert bauliche Hochwasserschutz-Massnahmen mit einer Aufwertung der Naturlandschaft, die ebenfalls dem Hochwasserschutz dient. Die konkreten Massnahmen erarbeitet das Projektteam in den nächsten Jahren zusammen mit den Gemeinden und den Fachstellen. Das Resultat ist ein sogenannter «Wasserbauplan». Diesen Wasserbauplan legt das Tiefbauamt voraussichtlich 2027/2028 der Bevölkerung zur Mitwirkung vor.

Das Aaretal ist ein intensiv genutzter Raum. Es gibt zahlreiche Rahmenbedingungen, die das Projekt formen werden: Von der Trinkwasserversorgung über Naturschutzgebiete bis zu den Anliegen von Land- und Forstwirtschaft, Gemeinden und Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern.

Der zuständige Oberingenieurkreis II arbeitet für die Entwicklung des Projekts mit einem Fachausschuss und einer Begleitgruppe zusammen. Hier sind die Standortgemeinden, die Grundeigentümerschaften, die benachbarten Quartiere und Betriebe, kantonale Fachstellen, Schutzorganisationen und Freizeitnutzende des Aareraums vertreten. 

Termine

Sobald die Termine des Projekts stehen, werden sie hier publiziert.

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